Switzerland18452½ rappen

Basler Taube (1845) — Die erste dreifarbige Briefmarke der Welt

Die Basler Taube ist die einzige Briefmarke, die der Schweizer Kanton Basel je herausgab, ausgegeben am 1. Juli 1845. In Schwarz, Karmin und Blau gedruckt und mit geprägter weißer Taube war sie die erste dreifarbige Briefmarke der Welt und zählt bis heute zu den meistbewunderten Klassikern der Philatelie.

Basler Taube von 1845 mit einer geprägten weißen Taube, die einen Brief im Schnabel trägt, auf rotem Schild in grünlich-blauem Rahmen mit der Inschrift STADT POST BASEL und dem Wert 2 1/2 Rp

Basler Taube, 1845. Melchior Berri. Public domain, via Wikimedia Commons.

So erkennen Sie eine Basler Taube

Eine echte Basler Taube zeigt eine weiße, geprägte Taube mit einem Brief im Schnabel auf karminrotem Schild, umgeben von einem in Blau bis Grünlichblau und Schwarz gedruckten Rahmen. Die Inschrift STADT POST BASEL läuft um drei Seiten des Entwurfs, der Wert 2½ Rp. steht in den unteren Ecken, und oben in der Mitte erscheint der Bischofsstab aus dem Basler Wappen.

Das entscheidende Merkmal ist das Relief: Die Taube wurde geprägt und steht bei einer echten Marke fühlbar aus dem Papier hervor. Streichen Sie mit der Fingerspitze darüber oder betrachten Sie sie im Streiflicht — eine völlig flache Taube ist ein deutliches Warnsignal. Der Rahmen wurde im Buchdruck auf dickerem, gelblich-weißem Papier gedruckt.

Die Marke ist ungezähnt und wurde in Bogen zu 40 Stück gedruckt (an die Kundschaft in halben Bogen zu 20 verkauft); echte Exemplare wurden mit der Schere ausgeschnitten und sollten Ränder statt Zähnung zeigen. Alles, was gezähnt oder in flachem, einfarbigem Druck hergestellt ist, ist kein Original.

Geschichte

Bevor die Schweiz am 1. Januar 1849 eine eidgenössische Post schuf, betrieb jeder Kanton seinen eigenen Postdienst, und nur drei gaben Briefmarken heraus: Zürich, Genf und Basel. Die Basler Stadtpost gab ihre einzige Marke am 1. Juli 1845 heraus, um Ortsbriefe bis zu einem Lot (rund 15 Gramm) innerhalb der Stadt freizumachen — daher der Wert von 2½ Rappen.

Der Entwurf stammt von Melchior Berri, dem bedeutenden Basler Architekten, der auch das Postgebäude und die Briefkästen der Stadt entwarf. Seine Taube mit dem Brief im Schnabel war zugleich die erste dreifarbige Briefmarke der Welt und eine der ersten, die Druck mit Prägung verband — ein technisches Glanzstück für 1845. Hergestellt wurden die Marken in der Druckerei Krebs in Frankfurt am Main.

Es gab zwei Auflagen — 522 Bogen 1845 und 515 Bogen 1847 — mit insgesamt nur 41.480 Marken. Die Basler Taube blieb bis zum 30. September 1854 gültig, als die neuen eidgenössischen Ausgaben endgültig übernahmen, und die kleine Kantonalmarke ging neben Zürich 4 und 6 und der Doppelgenf in die Legende ein.

Seltenheit und Varianten

Mit einer Auflage von knapp über 41.000 Stück — gegenüber den 68 Millionen der Penny Black — ist die Basler Taube absolut gesehen selten, und nur ein Bruchteil der Auflage hat überlebt. Spezialisten unterscheiden die Drucke von 1845 und 1847 vor allem am Farbton des Rahmens, von Blau bis deutlich Grünlichblau.

Die berühmteste Variante ist der Plattenfehler „Haube auf der Taube“, bei dem ein Fleck über dem Kopf der Taube wie eine kleine Haube wirkt. Einheiten, Bogenrandstücke und vor allem Marken auf vollständigen Briefen sind große Seltenheiten; herausragende Briefe haben bei Auktionen sechsstellige Ergebnisse erzielt.

Weil die Marke wertvoll und unverwechselbar ist, wurde sie seit dem 19. Jahrhundert vielfach gefälscht, auch durch bekannte Nachahmungen für den Päckchenhandel. Fehlende oder schwache Prägung, falsche Farbtöne, grobe Schrift und falsches Papier entlarven die meisten Fälschungen, doch bei jedem nennenswerten Kauf ist ein Attest eines anerkannten Prüfers unerlässlich.

Geschätzter Wert

Als grobe, ungefähre Schätzung werden gebrauchte Basler Tauben mit Mängeln oder berührtem Markenbild oft etwa im Bereich von 500 bis 1.500 USD gehandelt, während einwandfreie gebrauchte Exemplare mit klaren Rändern üblicherweise mehrere Tausend Dollar bringen — rund 2.000 bis 8.000 USD sind eine realistische Spanne für attraktive Stücke. Ungebrauchte Exemplare und Marken auf Originalbriefen sind Raritäten, die in die Zehntausende gehen können. Dies sind nur allgemeine Orientierungswerte, keine Katalogwerte; Zustand, Ränder, Frische der Prägung, Auflage und Attestlage beeinflussen die tatsächlichen Preise erheblich.

Schätzung, keine Begutachtung: Wertspannen sind allgemeine Schätzungen, die nur zur Orientierung dienen und keine professionelle Begutachtung darstellen. Konsultieren Sie für Kauf-, Verkaufs- oder Versicherungsentscheidungen einen qualifizierten Experten. Siehe unsere Nutzungsbedingungen.

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Häufig gestellte Fragen

Ist die Basler Taube selten?

Ja, wirklich selten. Nur 41.480 Marken wurden in zwei Auflagen 1845 und 1847 gedruckt, und weit weniger haben überlebt. Anders als die berühmte, aber häufige Penny Black ist die Basler Taube in jedem Zustand knapp, und Briefe oder Einheiten sind bedeutende Raritäten.

Wie viel ist eine Basler Taube wert?

Als grobe Schätzung bringt eine gebrauchte Basler Taube mit Mängeln etwa 500 bis 1.500 USD, ein einwandfreies gebrauchtes Exemplar mit guten Rändern üblicherweise mehrere Tausend, und ungebrauchte Stücke oder Briefe erheblich mehr, teils in die Zehntausende. Dies sind ungefähre Spannen, keine Katalogwerte — und da Fälschungen verbreitet sind, erzielen nur geprüfte Exemplare volle Preise.

Warum ist die Basler Taube berühmt?

Sie war die erste in drei Farben (Schwarz, Karmin und Blau) gedruckte Briefmarke der Welt, eine der ersten mit Prägedruck und eine der ersten mit einem Vogel als Motiv. Sie ist zudem die einzige Marke, die der Kanton Basel je herausgab, entworfen vom namhaften Architekten Melchior Berri — eine Kombination von Premieren, die sie zur Berühmtheit der klassischen Philatelie machte.

Wie erkenne ich eine Fälschung der Basler Taube?

Prüfen Sie zuerst die Prägung: Bei einer echten Marke ist die weiße Taube fühlbar reliefartig erhaben. Flache Tauben, falsche Rahmenfarben, ungelenke Schrift in STADT POST BASEL sowie dünnes oder falsches Papier verraten die meisten Fälschungen. Die Marke wird seit dem 19. Jahrhundert nachgeahmt, ein Prüfattest vor dem Kauf ist daher dringend zu empfehlen.

Wofür wurde die Basler Taube verwendet?

Sie machte Ortsbriefe bis zu einem Lot (rund 15 Gramm) innerhalb der Stadt Basel zum Stadttarif von 2½ Rappen frei. Damals betrieb jeder Schweizer Kanton seine eigene Post; nur Basel, Zürich und Genf gaben vor der Übernahme durch die eidgenössische Post 1849 eigene Marken heraus.