Switzerland18434 and 6 rappen

Zürich 4 und 6 (1843) — Die ersten Briefmarken Kontinentaleuropas

Die Zürich 4 und 6 Rappen, ausgegeben vom Schweizer Kanton Zürich am 1. März 1843, waren die ersten Briefmarken Kontinentaleuropas. Nur Großbritannien war früher dran — das macht diese schlichten schwarzen Ziffern zu zwei der begehrtesten Klassiker der Philatelie.

Die Briefmarken Zürich 4 und 6 Rappen von 1843, jeweils mit einer großen Ziffer auf fein schraffiertem Hintergrund, ZÜRICH oben und der Taxbezeichnung unten

Zürich 4 und 6, 1843. Postal administration of the Canton of Zurich. Public domain, via Wikimedia Commons.

So erkennen Sie eine Zürich 4 oder 6

Beide Marken zeigen eine große Ziffer, 4 oder 6, in Schwarz auf einem Hintergrund aus feiner diagonaler Kreuzschraffur, mit dem Wort ZÜRICH in einem Feld am oberen Rand. Das untere Feld nennt die Taxe: Local-Taxe auf der 4 Rappen für die Zustellung innerhalb der Stadt und Cantonal-Taxe auf der 6 Rappen für Briefe im ganzen Kanton.

Als Sicherheitsmerkmal trägt das Papier einen Unterdruck aus feinen roten Linien unter dem schwarzen Druckbild. Bei den frühesten Drucken verlaufen diese roten Linien senkrecht, bei späteren Drucken waagerecht. Vorhandensein und Richtung des roten Unterdrucks gehören zu den ersten Dingen, die ein Prüfer kontrolliert.

Die Marken wurden von Orell, Füssli & Co. in Zürich lithografiert und sind ungezähnt. Jede waagerechte Fünferreihe auf dem Druckstein wurde einzeln gezeichnet, daher gibt es von jedem Wert fünf verschiedene Typen, erkennbar an kleinen Unterschieden in Ornamenten und Ziffern — ein Detail, das Spezialisten sowohl zum Platten als auch zum Erkennen von Fälschungen nutzen.

Geschichte

Am 1. März 1843 wurde die kantonale Postverwaltung Zürichs zur dritten markenausgebenden Behörde der Welt nach Großbritannien 1840 — und zur ersten auf dem europäischen Kontinent, mehrere Monate vor Brasiliens Ochsenaugen. Die Schweiz war noch kein einheitliches Postgebiet, die Marken waren also ein rein kantonales Experiment.

Die beiden Werte spiegelten den lokalen Tarif: 4 Rappen frankierten einen Brief innerhalb der Stadt Zürich, 6 Rappen einen Brief an jeden Ort im Kanton. Andere Kantone folgten bald mit eigenen Klassikern — Genf 1843 mit der Doppelgenf und Basel 1845 mit der Basler Taube.

Die Bundesverfassung von 1848 übertrug das Postwesen der neuen Eidgenossenschaft, die es 1849 übernahm und 1850 die ersten Bundesmarken herausgab. Die Kantonalausgaben wurden kurz darauf zurückgezogen — das Ende der kurzen Ära, die einige der größten Raritäten Europas hervorbrachte.

Seltenheit und Varianten

Beide Marken sind in jeder Erhaltung selten, doch die 4 Rappen ist deutlich seltener als die 6 Rappen: Die Lokaltaxe wurde weit weniger genutzt als die Kantonaltaxe, daher wurden viel weniger gedruckt und erhalten. Ungebrauchte Exemplare beider Werte sind große Raritäten, und Einheiten wie Streifen mit mehreren der fünf Typen zählen zu den Trophäen der Schweizer Philatelie.

Sammler unterscheiden die Drucke nach dem roten Unterdruck — senkrechte rote Linien beim ersten Druck, waagerechte bei den späteren — und nach den fünf Lithografietypen jedes Wertes. Vollständige Typenrekonstruktionen und die seltenen waagerechten Fünferstreifen erzielen hohe Aufschläge.

Wegen ihres Wertes wurden Zürich 4 und 6 vielfach gefälscht, darunter bekannte Produkte der Werkstatt Fournier. Echte Marken zeigen die korrekten Typenmerkmale, den roten Unterdruck und zeitgenössische Zürcher Entwertungen. Ein Attest einer anerkannten Prüfstelle ist bei jedem Kauf praktisch Pflicht.

Geschätzter Wert

Als grobe, ungefähre Schätzung wird eine einwandfreie gebrauchte Zürich 6 Rappen oft etwa im Bereich von 1.000 bis 5.000 USD gehandelt, während eine gebrauchte Zürich 4 Rappen typischerweise von rund 5.000 bis 25.000 USD reicht — und für feine Exemplare darüber hinaus. Ungebrauchte Marken, seltene Unterdruck-Varianten, Streifen und Briefe können weit in fünf- und sechsstellige Bereiche steigen. Dies sind nur allgemeine Orientierungswerte, keine Katalogwerte; die tatsächlichen Preise hängen stark von Rändern, Unterdruck, Type, Entwertung und Attest ab.

Schätzung, keine Begutachtung: Wertspannen sind allgemeine Schätzungen, die nur zur Orientierung dienen und keine professionelle Begutachtung darstellen. Konsultieren Sie für Kauf-, Verkaufs- oder Versicherungsentscheidungen einen qualifizierten Experten. Siehe unsere Nutzungsbedingungen.

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Häufig gestellte Fragen

Sind Zürich 4 und 6 selten?

Ja — wirklich selten, anders als viele berühmte Klassiker. Beide Werte sind nur in kleinen Stückzahlen erhalten, und die 4 Rappen ist deutlich seltener als die 6 Rappen, weil die Lokaltaxe viel weniger genutzt wurde. Ungebrauchte Exemplare und Einheiten gehören zu den großen Raritäten der Schweizer Philatelie.

Wie viel ist eine Zürich 4 Rappen wert?

Als grobe Schätzung wird eine einwandfreie gebrauchte 4 Rappen typischerweise etwa im Bereich von 5.000 bis 25.000 USD verkauft, hervorragende Vier-Rand-Exemplare und seltene Varianten liegen darüber. Die 6 Rappen ist erschwinglicher, gebraucht oft etwa 1.000 bis 5.000 USD. Erhaltung, Unterdruck, Type und Atteste bestimmen den Preis — dies sind nur ungefähre Spannen.

Was bedeuten Local-Taxe und Cantonal-Taxe?

Sie geben an, wofür die Marke galt. Local-Taxe auf der 4 Rappen deckte einen Brief innerhalb der Stadt Zürich ab, Cantonal-Taxe auf der 6 Rappen einen Brief an jeden Ort im Kanton. Die Aufschriften sind der schnellste Weg, die beiden Werte auf einen Blick zu unterscheiden.

Was sind die roten Linien im Papier?

Ein Sicherheitsunterdruck aus feinen roten Linien unter dem schwarzen Druckbild, der Fälschungen erschweren sollte. Der erste Druck hat senkrechte rote Linien, spätere Drucke waagerechte — eine zentrale Variantenunterscheidung, die den Wert beeinflusst. Ein fehlender oder falscher Unterdruck ist ein starkes Fälschungsindiz.

Wie erkenne ich eine echte Zürich 4 oder 6?

Prüfen Sie den roten Unterdruck, die Typenmerkmale der Lithografie (es gibt fünf Typen je Wert), die Qualität der Kreuzschraffur und die Entwertung. Fälschungen, darunter Fournier-Produkte, sind häufig. Angesichts der Beträge sollten Sie nur mit Attest einer anerkannten Prüfstelle kaufen.