Sachsendreier — Sachsen 3 Pfennige rot (1850), die erste Marke Sachsens
Der Sachsendreier — korrekt: Sachsen, Drei Pfennige rot — ist das erste Postwertzeichen des Königreichs Sachsen, ausgegeben am 1. Juli 1850. Obwohl eine halbe Million Stück gedruckt wurden, ging der größte Teil auf weggeworfenen Zeitungsstreifbändern zugrunde — so wurde die Marke zu einem der berühmtesten deutschen Klassiker.
Sachsendreier (Sachsen 3 Pfennige rot), 1850. Royal Saxon Post. Public domain, via Wikimedia Commons.
So erkennen Sie einen Sachsendreier
Ein echter Sachsendreier zeigt eine große Ziffer 3 auf fein gemustertem Grund in quadratischem Rahmen, oben SACHSEN, unten FRANCO., links DREI und rechts PFENNIGE. Gedruckt wurde in Rot, wobei die einzelnen Auflagen mehrere deutlich unterscheidbare Farbnuancen hervorbrachten; die Marke ist stets ungezähnt.
Entwurf und Herstellung übernahm die Leipziger Druckerei J. B. Hirschfeld im Buchdruckverfahren — nicht im Stichtiefdruck. Unter der Lupe liegt die Farbe daher flach auf dem Papier oder ist leicht eingedrückt, statt erhaben zu stehen. Die Bogen umfassten nur 20 Marken (fünf mal vier) und wurden aus Einzeldruckstöcken zusammengesetzt, die in einen Rahmen eingespannt waren. Spezialisten unterscheiden deshalb zahlreiche Typen der sechs verwendeten „Platten“, und die Größe des Markenbildes schwankt um bis zu 1,5 Millimeter.
Die meisten erhaltenen Stücke sind durch Federzug entwertet — die ursprünglich vorgeschriebene Entwertungsart — oder tragen Ortsstempel; nur rund zehn Prozent der erhaltenen Exemplare sind ungebraucht. Verwechseln Sie den Sachsendreier nicht mit seinem Nachfolger, der grünen 3-Pfennige-Marke in Wappenzeichnung von 1851 — die Rarität ist immer rot und zeigt immer die große Ziffer.
Geschichte
Sachsen führte Briefmarken ein, um den Regelungen des Deutsch-Österreichischen Postvereins zu genügen, die am 1. Juli 1850 in Kraft traten — genau an diesem Tag kam der Dreier an die Schalter. Damit war Sachsen nach Bayern mit seinem Schwarzen Einser von 1849 das zweite deutsche Postgebiet mit eigenen Marken. Die Marke galt von vornherein als Provisorium, was ihre schlichte, buchdrucktypische Gestaltung erklärt.
Die 3 Pfennige deckten die Gebühr für Drucksachen unter Streifband, vor allem Zeitungen. Die Versender klebten die Marke üblicherweise zur Hälfte auf das Streifband und zur Hälfte auf die Zeitung selbst — behördlich untersagt, aber es verhinderte das Herausrutschen. Beim Abreißen des Streifbandes wurde die Marke in der Regel zerstört; genau darin liegt der Schlüssel zur heutigen Seltenheit. Ab dem 1. August 1851 durfte der Dreier auch Briefe freimachen, kurz bevor ihn die grüne Wappenausgabe ablöste.
Insgesamt wurden 500.000 Stück in acht Auflagen auf 25.000 Bogen gedruckt; 463.118 davon wurden verkauft, der Restbestand wurde am 10. Dezember 1851 in Leipzig verbrannt. Weltweit existieren heute schätzungsweise noch 3.000 bis 4.000 Exemplare.
Seltenheit und Varianten
Mit nur wenigen Tausend Überlebenden aus einer halben Million gedruckter Stücke ist der Sachsendreier eine echte klassische Rarität. Ungewöhnlich: Ungebrauchte und gebrauchte Stücke werden auf ähnlichem Niveau gehandelt, weil von beiden nur wenige einwandfreie Exemplare existieren — angesichts der Verwendung auf Streifbändern sind unbeschädigte Stücke die Ausnahme.
Spezialisten sammeln die Marke nach Auflagen und Farbnuancen — das Rot reicht von Ziegelrot bis in Zinnobertöne — sowie nach den Typen der sechs Druckformen aus Einzeldruckstöcken. Das berühmteste Stück ist ein vollständiger Bogen zu 20 Marken, der von einer Wand abgelöst worden sein soll: Er ging 1875 an den legendären Sammler Philipp von Ferrary und erzielte 1966 bei einer Auktion 620.000 D-Mark.
Fälschungen sind ein ernstes Problem: Jean de Sperati und François Fournier schufen gefährliche Nachahmungen, und auch die Reproduktionen des Schröderschen Lichtdrucks sind weit verbreitet. Ein Sachsendreier ohne aktuelles Attest eines anerkannten Prüfers — etwa eines BPP-Mitglieds — sollte grundsätzlich mit Vorsicht behandelt werden.
Geschätzter Wert
Als grobe, ungefähre Orientierung werden einwandfreie gebrauchte Sachsendreier typischerweise etwa im Bereich von 2.000 bis 6.000 USD gehandelt, und ungebrauchte Stücke erzielen — ungewöhnlicherweise — ähnliche Beträge. Beschädigte oder reparierte Marken, die angesichts der Verwendungsart häufig sind, bringen mitunter nur einige Hundert Dollar, während Spitzennuancen, Einheiten und vollständige Streifbänder oder Briefe deutlich in den fünfstelligen Bereich klettern können. Katalognotierungen liegen weit über den üblichen Marktpreisen — betrachten Sie diese Angaben daher als allgemeine Schätzwerte; Erhaltung, Farbnuance und Attest entscheiden über den tatsächlichen Erlös.
Kostenlos · iOS & Android
Erkennen Sie Ihre eigenen Briefmarken in Sekunden
Häufig gestellte Fragen
Ist der Sachsendreier selten?
Ja. Obwohl 500.000 Stück gedruckt wurden, sind schätzungsweise nur noch 3.000 bis 4.000 erhalten, weil die Marke überwiegend auf Zeitungsstreifbändern verwendet wurde, die beim Öffnen zerrissen und weggeworfen wurden. Einwandfreie, unbeschädigte Exemplare sind knapp, und nur etwa zehn Prozent der erhaltenen Stücke sind ungebraucht.
Wie viel ist ein Sachsendreier wert?
Als grobe Schätzung bringen einwandfreie gebrauchte oder ungebrauchte Exemplare oft etwa 2.000 bis 6.000 USD, während beschädigte oder reparierte Stücke für einige Hundert verkauft werden können. Schöne Farbnuancen, Einheiten und Marken auf vollständigen Streifbändern oder Briefen erreichen fünfstellige Beträge. Dies sind ungefähre Marktspannen, keine Katalogwerte — der Michel notiert je nach Nuance erheblich höher —, und ein Attest beeinflusst den Preis stark.
Warum ist der Sachsendreier so selten, obwohl 500.000 gedruckt wurden?
Wegen der Verwendungsart. Die Marke bezahlte die Drucksachengebühr und wurde meist zur Hälfte auf das Streifband und zur Hälfte auf die Zeitung geklebt, sodass sie beim Abreißen des Streifbandes zerstört wurde. Der unverkaufte Restbestand wurde zudem im Dezember 1851 in Leipzig verbrannt, sodass nur wenige Tausend Stücke überlebten.
Wie erkenne ich einen echten Sachsendreier?
Echte Marken sind im Buchdruck in Rot gedruckt, zeigen die korrekten Typen der sechs Druckformen und sind meist durch Federzug oder sächsische Ortsstempel entwertet. Gefährliche Fälschungen von Sperati und Fournier sowie der Schrödersche Lichtdruck kursieren in Menge — der Vergleich mit Abbildungen genügt selten. Bestehen Sie bei jedem ernsthaften Kauf auf einem Attest eines anerkannten Prüfers, etwa eines BPP-Mitglieds.
War der Sachsendreier die erste deutsche Briefmarke?
Nein. Die erste deutsche Briefmarke war der Schwarze Einser Bayerns vom 1. November 1849. Mit dem Sachsendreier vom 1. Juli 1850 war Sachsen das zweite deutsche Postgebiet mit eigenen Marken — und der Dreier blieb die erste und berühmteste Marke des Königreichs Sachsen, im Michel als Sachsen Nr. 1 geführt.